Mittwoch, 10. Juni 2026

Einmal Toskana

Schon die Anreise bot Anlass zum Schmunzeln. Am E-Center Haid in Weilheim gibt es einen „versteckten Parkplatz“ hinter dem eigentlichen Parkplatz, der nur von einer Seite aus erreichbar ist. Als eines der letzten Chormitglieder eintraf, fuhr das Auto zunächst eine Schleife auf der Suche nach der richtigen Einfahrt. Der Kommentar der Wartenden ließ nicht lange auf sich warten: „Ach, er fährt auch eine Schleife.“ Mir ging es zuvor genauso. So begann die Reise bereits mit einem gemeinsamen Lacher.

Während die Koffer über den Asphalt zum Bus rollten, sammelten sich die Reisenden für die Abfahrt. Pünktlich startete Hartmann Reisen Richtung Toskana. Die Strecke führte durch die Schweiz und weiter über die Alpen nach Italien. Reiseleiter Karlheinz sorgte mit seiner humorvollen Art immer wieder für gute Stimmung an Bord. Nach rund 15 Stunden Fahrzeit erreichten wir schließlich Pietrasanta an der Versiliaküste.

In Pisa sah ich weit mehr als nur den Schiefen Turm. Die beeindruckenden Bauwerke rund um den Domplatz mit dem Dom, dem Baptisterium und dem monumentalen Camposanto machten den Ort zu einem Freilichtmuseum besonderer Art. Reiseleiterin Patrizia führte uns mit großem Fachwissen, ausgezeichneten Sprachkenntnissen und viel Gespür für die Gruppe durch Pisa und später auch durch Lucca. Die beiden historischen Städte vermittelten eindrucksvolle Einblicke in die Kultur und Geschichte der Toskana.

Am Abend folgte das Konzert von Polizeichor und DaCaPo im Kloster. Besonders die vier Männerstimmen berührten mich nachhaltig. Noch heute bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich daran denke. Auch der Polizeichor präsentierte Stücke, die mir sehr ans Herz gingen. Es war ein beeindruckender Auftritt in einer besonderen Atmosphäre.

Am nächsten Tag führte uns der Ausflug nach Vinci, dem Geburtsort von Leonardo da Vinci. Dort erfuhren wir mehr über das Leben des Universalgelehrten, der als unehelicher Sohn eines Notars geboren wurde und zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Renaissance zählt. Seine Ideen und Erfindungen faszinieren bis heute.

Anschließend nahm ich an einer Weinprobe auf dem Weingut Fattoria Il Poggio teil. Serviert wurden Oliven, Salami, geröstetes Brot mit Olivenöl sowie getrocknete Tomaten. Die dazu gereichten Weiß- und Rotweine spiegelten die Region wider. Besonders begeistert hat mich jedoch der aromatische Dessertwein zum Abschluss.

Auch das Hotel nahm mich schnell für sich ein. Pinienbäume umrahmten das Gelände, und am Morgen brachte der Wind den Duft des Meeres herüber. Zwar vermisste ich meine Tomaten zum Frühstück, doch Melone und Ananas entschädigten dafür mehr als ausreichend.

Die Rückreise erfolgte auf dem schnellsten Weg nach Hause. Noch immer schwelge ich in mediterranem Flair und denke gern an die vielen Eindrücke, Begegnungen und musikalischen Momente dieser Reise zurück.

Herzliche Grüße
Mike Melonte

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