Mittwoch, 24. Juni 2026

Die Bewertung erfolgt wortlos

Die Hand ist nicht nach oben ausgestreckt. Auf Hüfthöhe. Eher so, als wolle er die Situation oder gar mich zügeln.

Meine Wegstrecke ist zur Hälfte geschafft. Schweiß fließt mir die Stirn herunter. Unter meiner Nase bildet sich eine kleine Oase. So früh und schon so heiß. Izzy zeigt großes Interesse an dem schwarzen Hund. Es könnte ja ein Verwandter sein.

Der Riese im weißen T-Shirt, der roten Schlapperhose und den Sandalen erinnert mich an einen Urlauber. Den Hund habe ich noch nie gesehen. Den Mann auch nicht. Sein glattrasierter Schädel lässt ihn jünger wirken, als er vermutlich ist. Der Hund dagegen hat schon einige Jahre auf dem Buckel.

Ich bin viel zu beschäftigt, meine zwei mit dem Kommando „Sitz“ auf eine ruhige Form zu bringen, die mir noch ein „Hi“ ermöglichen würde. Seine Handbewegung war vielleicht eine Bewertung. Ganz unrecht hatte er nicht. Natürlich flutschen die Kommandos oft besser.

Kaum taucht ein Hundehalter auf, fühle ich mich wie bei einer praktischen Prüfung. Niemand hat mich angemeldet, aber offenbar findet sie täglich statt. Die Prüfer wechseln ständig und erscheinen meist unangekündigt hinter Hecken, an Weggabelungen oder genau dann, wenn die Leine einen Knoten hat.

Die Bewertung erfolgt wortlos. Punkte gibt es für lockere Leinen, ruhige Hunde und eine Hundeführerin, die aussieht, als hätte sie alles im Griff. Abzüge gibt es für Kommandos, die zweimal ausgesprochen werden müssen, für Leinenakrobatik und für Schweißperlen auf der Stirn oder mein Gesichtsausdruck.

Während ich versuche, meine zwei auf „Sitz“ zu konzentrieren, stelle ich mir vor, wie der Fremde innerlich ein Klemmbrett zückt.

Hundeführerin: bemüht.
Leinenführung: ausbaufähig.
Motivation der Hunde: stark wurstabhängig.
Gesamteindruck: Das Team zeigt Potenzial.

Dabei kenne ich den Mann gar nicht. Ich könnte seine Mutter sein. Wieso winkt er ab, als sei das kein Rudel, sondern ein chaotischer Kompaniehaufen?

Meine Zwei gehen nicht los. Alles läuft ohne Bellen ab. Das ist für mich schon ein Erfolg, denn wir üben ja immer noch. Das Spiel „Die böse Welt außerhalb der Wohnung muss auf jeden Fall verteidigt werden“ spielen wir inzwischen deutlich seltener. Deshalb ist jede ruhige Begegnung eine wertvolle Erfahrung.

Nach einem Stück Wurst – neuerdings meine Geheimwaffe – gehen wir weiter. Die Motivation meiner Vierbeiner steigt dadurch sprunghaft an. Offenbar lässt sich Erziehung doch kaufen.

Richtung Auto begegnen wir uns noch einmal. Diesmal schaut er mir tief in die Augen. Keine Handbewegung. Kein Abwinken. Nur ein Blick.

Vielleicht habe ich die ganze Situation falsch verstanden. Vielleicht wollte er gar nichts bewerten. Möglicherweise hatte er nur einen Krampf im Arm. Menschen machen schließlich die merkwürdigsten Bewegungen. Fit in den Tag.

Meine Hunde haben immer noch den Geschmack von Wurst auf der Zunge. Beide bleiben ruhig. Nun kann ich mir seinen Hund genauer anschauen. Und für einen Augenblick denke ich: Wow, ein Rottweiler-Mädchen.

Izzy hätte sich mit ihr nicht zanken wollen. Sie läuft frei. Das hätte etwas gegeben, wenn meine nicht an der Leine gewesen wären.

Während ich noch über die Bedeutung einer einzelnen Handbewegung nachdenke, haben meine Hunde die Begegnung längst verarbeitet, archiviert und vergessen.

Die Wurst war wichtiger.

Liebe Grüße
Mike Melonte


Dienstag, 23. Juni 2026

Nicht der Preis. Meine Leidensfähigkeit.

 

Die Hitze treibt mich aus dem Haus direkt in den Supermarkt. Eigentlich brauche ich nur ein paar Kleinigkeiten. Der Kühlschrank ist leer. Vorbei an Melonen, Gurken und saftigen Pfirsichen führt mich mein Weg ausgerechnet an einer Klimaanlage vorbei.

Lange starre ich das Gerät an. Mein Verstand rechnet. Ohne Taschenrechner weiß ich: Der Monat wird finanziell sehr schlank. Der Preis gefällt mir nicht. Sie steht da wie ein Luxusartikel für Menschen, die im Sommer nicht schwitzen möchten.

Dann denke ich an meinen Mann. In den letzten Nächten sieht sein Kopfkissen aus, als hätte er es zum Baden mitgenommen. Morgens liegt es nass auf dem Bett wie ein frisch angelandeter Seehund. Gleichzeitig stöhne ich selbst bei jeder Bewegung wie eine Tennisspielerin im Endspiel von Wimbledon.

Die Hitze kreist über unserem Haus wie ein Raubvogel auf Beutejagd. Selbst die Hunde haben ihren Protest aufgegeben. Lucky hechelt nur noch. Izzy liegt ausgestreckt auf den Fliesen, als hätte sie beschlossen, bis September keinen einzigen Schritt mehr zu gehen.

Nach dem Besuch meiner Tochter in Stuttgart muss ich ohnehin noch in die Apotheke. Ein Wespenstich hat meinen rechten Arm in einen Zustand versetzt, den man höflich als auffällig bezeichnen könnte. Unhöflich würde man sagen: Mein Arm sieht aus wie ein aufgepumpter Luftballon.

Als ich erneut an der Klimaanlage vorbeikomme, hat sich etwas verändert. Nicht der Preis. Meine Leidensfähigkeit. Ich beschließe, das Gerät mitzunehmen. Eine ausgezeichnete Idee. Zumindest so lange, bis ich versuche, das Monstrum in den Einkaufswagen zu heben. Ein junger Mann kommt vorbei. Er hilft mir, die Klimaanlage unter den Wagen zu bugsieren. Allein hätte ich vermutlich bis zum Herbst gebraucht.

Nun bin ich im Kaufrausch. Lachs ist im Angebot. Eine Melone wandert in den Wagen. Eine Gurke ebenfalls. Irgendwo zwischen Fischtheke und Obstabteilung fühle ich mich wie eine Frau, die ihre Zukunft neu gestaltet. Schließlich bin ich alt genug, niemanden mehr um Erlaubnis zu fragen.

An der Schnellkasse hilft ein Mitarbeiter beim Einscannen. Die Klimaanlage verweigert weiterhin jede Form von Kooperation. Sie passt weder aufs Band noch in mein Konzept eines entspannten Einkaufs. Vor dem Auto beginnt die nächste Herausforderung. Wie bekommt man eine Klimaanlage in einen Kofferraum?

Antwort: mit einem weiteren jungen Mann.

Zum zweiten Mal an diesem Tag rettet mich die Jugend Deutschlands vor einer öffentlichen Niederlage. Schweißgebadet fahre ich nach Hause. Kurz vor der Ausfahrt nimmt mir beinahe ein anderes Auto die Vorfahrt. Der Fahrer findet offensichtlich die Ausfahrt nicht. Das kenne ich. Dort war ich auch schon.

Zu Hause schleppe ich das Gerät aus dem Auto, über fünf Stufen und schließlich ins Haus. Als das Monstrum endlich im Wohnzimmer steht, bin ich unendlich glücklich. Leider ist mein Kopf inzwischen so hitzegeschädigt, dass ich beschließe, auf meinen Mann zu warten. Irgendjemand muss das Gerät schließlich anschließen.

Als er nach Hause kommt, studieren wir gemeinsam die Bedienungsanleitung. Auf den ersten Blick wirkt sie wie die Abschlussprüfung für Elektrotechnik. Die erste Überschwemmung folgt keine Stunde später. Lucky wirft einen Becher Wasser um.

Nun sitze ich vor meiner neuen Klimaanlage und beobachte den nassen Boden. Wenn alles gut geht, trocknet er wieder. Wenn nicht, hebt sich das Laminat und wir besitzen bald den ersten Indoor-Wellengang in Tübingen.

Wünsche allen entspanntes Schwitzen
Mike Melonte


Erst Jahrzehnte später

Schon als Kind zieht mich das Wasser an. Schritt für Schritt gehe ich hinein. Oft etwas zu weit. Immer wieder schwappt Wasser über meinen Kopf. Schwimmen lernen ist nicht einfach. Der Schwimmring wird zur Rettung, später die Schwimmflügel.

Wasser begleitet mich mein ganzes Leben. Mal in Form von Tränen über versäumte Chancen. Mal als trotzig zurückgehaltene Einsichten. Erst Jahrzehnte später lerne ich, manches an mir abperlen zu lassen.

Oft sitze ich an einem Weiher und schaue auf die ruhige Oberfläche. Besonders am Schleifmühlweiher. Dort scheint die Welt für einen Augenblick langsamer zu werden.

Vielleicht berührt uns Wasser deshalb so tief. Es spiegelt, was in uns vorgeht.

Auch Worte können Wellen schlagen. Ein einziger Satz reicht aus, um einen ganzen Tag zu versauen. Streit hinterlässt Spuren. Trennungen. Verletzungen ziehen Kreise wie ein Stein auf der Wasseroberfläche.

Doch nicht jede Welle kündigt einen Sturm an. Manche Konflikte gleichen einer frischen Brise. Sie bringen etwas in Bewegung. Was für mich einen blinden Fleck darstellt. Haben andere längst entdeckt und stellen Fragen.

Vielleicht kehre ich deshalb immer wieder ans Wasser zurück. Dort erinnert mich alles daran, dass selbst die größten Wellen irgendwann verebben.

Servus
Mike Melonte

Die Frau mit den sechs Hunden

Lucky bellt eine vorbeigehende Frau mit Hund an. Eigentlich wollte ich nur „Guten Morgen“ sagen. Wenige Augenblicke später befinde ich mich mitten in einem ausführlichen Gespräch darüber, warum Menschen Angst vor Hunden haben. Die Hundehalterin mit ehemals sechs Hunden kennt sich aus. Sehr gut sogar. Geht auf keinen Hundeplatz zum Training. Nach einigen Minuten weiß ich mehr über Hundeangst als über meine eigene Rentenversicherung.

Die Frage bleibt für mich dennoch spannend. Warum haben Menschen Angst vor Hunden?

Einen Hund, der Menschen allein über den Blick maßregelt, habe ich allerdings noch nie getroffen. Die meisten schauen den Menschen nicht einmal an. Viel interessanter ist schließlich der andere Hund. Dort wartet möglicherweise ein Verbündeter, ein Spielkamerad oder jemand, mit dem sich ein gepflegtes Chaos veranstalten lässt.

Für den Halter beginnt an dieser Stelle eine philosophische Übung. Hat er eine gute Bindung zu seinem Hund aufgebaut, besteht die Chance, dass der Hund gelegentlich zuhört. Ist die Bindung weniger ausgeprägt, trifft der Hund sämtliche Entscheidungen selbst. Das nennt man dann vermutlich basisdemokratische Hundeerziehung.

Für Lucky sind Menschen mit Hundeangst grundsätzlich ungeeignet, allein auf Wegen unterwegs zu sein, auf denen sich auch Hunde befinden. Dank seiner feinen Antennen riecht er die Angst bereits lange bevor der Mensch selbst bemerkt, dass er Angst hat.

Während der Spaziergänger noch verträumt durch die Gegend läuft, startet für Lucky bereits ein interessantes Programm. Andere Hunde sehen vielleicht einen Menschen mit Hund. Lucky sieht einen Tiktok-Minifilm. Spannung, Drama, Bewegung und gelegentlich sogar einen Darsteller, der unvermittelt die Straßenseite wechselt. Dem kann er dann noch ein wenig hinterher bellen. 

Endlich passiert etwas auf der morgendlichen Pipirunde. Menschen behaupten gern, Hunde müssten erzogen werden. Nach manchen Begegnungen ist sich Lucky allerdings nicht sicher, ob dieses Konzept wirklich bis zu allen Zweibeinern vorgedrungen ist.



Herzliche Grüße
Mike Melonte


Montag, 22. Juni 2026

Sportsfreund Lucky und die Erziehung der Menschheit

Sportsfreund Lucky hat immer eine kurze Leine. Wortwörtlich. Er steht permanent in den Startlöchern, um seinen Mitmenschen einen kleinen Schrecken fürs Leben mitzugeben. Die meisten reagieren auf ein einzelnes „Wuff“ noch recht gelassen. Sobald jedoch ein ganzer Schwall von „Wuff! Wuff! Wuff!“ aus ihm herausbricht, bin ich mehr als einmal erleichtert, dass er einen stabilen Maulkorb trägt.

Über die Jahre habe ich etwas Interessantes beobachtet. Manche Menschen lässt Lucky einfach links liegen. Andere dagegen geraten sofort in sein pädagogisches Förderprogramm.

Lange habe ich gerätselt, woran das liegt. Inzwischen bin ich überzeugt: Menschen mit Angst vor Hunden empfindet Lucky als erziehungsbedürftig. Er muss sie quasi in den Senkel stellen. Schließlich kann es nicht angehen, dass ein ausgewachsener Zweibeiner beim Anblick eines Hundes nervös wird. Wo kommen wir denn da hin?

Dabei will Lucky eigentlich nur kuscheln. Zumindest behauptet er das. Sein Auftreten erinnert zwar eher an einen Türsteher mit schlechter Laune, aber tief im Inneren schlägt angeblich das Herz eines Teddybären.

Heute Morgen sprang ein fremder Hund querfeldein auf uns zu. Offenbar fand er zwei angeleinte Hunde unglaublich sympathisch und wollte sofort Kontakt aufnehmen. Manche Hunde betrachten schließlich jede Begegnung als Speed-Dating.

„Na bitte, er beißt sofort!“, rief ich.

Der heranstürmende Hund ignorierte diese Information vollständig. Seine Besitzerin hingegen begann sofort nach ihrem Hund zu brüllen, als müsse sie persönlich die Welt retten.

Währenddessen stand Lucky da und betrachtete die Szene mit professionellem Interesse. Vermutlich fragte er sich, warum Menschen ihre Hunde wie Rehe durch die Landschaft hüpfen lassen und erst dann Verantwortung entdecken, wenn es bereits spannend wird. 

Am Ende gingen alle unverletzt auseinander. Lucky war darüber ein wenig enttäuscht. Nicht weil er ein tolles Frühstück hat saussen lassen. Sondern weil wieder einmal niemand bereit war, seine kostenlosen Erziehungsmaßnahmen angemessen zu würdigen.

Liebe Grüße
Mike Melonte


Samstag, 20. Juni 2026

Warum Urlaub nie planmäßig beginnt

Urlaub bringt mir einen Hauch von Freude. Das Glücksgefühl wandert mit in den Koffer. Ein Blick hinein genügt.

Die kurzen Hosen drücken sich an den Föhn. T-Shirts umschlingen die Kulturtasche. Kurz überlege ich, was noch fehlt, und hole meine Liste für alle Eventualitäten hervor. Erleichtert stelle ich fest: fast alles abgehakt.

Jetzt noch schnell zur Bank ein paar Noten abheben. In der Zwischenzeit telefoniere ich mit einer Freundin. Sie will auch in den Urlaub. Seit Jahren verbringt sie ihre Ferien auf dem Balkon, weil ihr Mann sehr sparsam ist. Eigentlich verdient sie ihr eigenes Geld.

Mein Gewissen meldet sich zu Wort. Ich könnte mit ihr auch einmal einen gemeinsamen Urlaub machen. Mallorca vielleicht. Mein Mann hat nichts für das Mittelmeer übrig. Außerdem, was soll er dort machen? Den Schweißperlen beim Fließen zusehen?

Im Grunde sollte meine Freundin ihren Mann am Straßenrand aussetzen. Er ist ja kein Hund. Sein Geiz bringt seit Jahren keinen Mehrwert. Andererseits geht mich das nichts an. Manche Ehen funktionieren – nur nach welchen Regeln? Als Außenstehende muss ich die nicht verstehen. Vielleicht gehört getrennt zahlen bei ihnen längst zur Ehe wie die Fernbedienung zum Couchtisch.

Nebenbei suche ich meine Sommerschuhe. Slipper. Sandalen. Irgendetwas, das nach Urlaub aussieht. Worst Case: Die Sandalen sind verschwunden.

Ich schaue im Keller nach. Nichts. Auf der Bühne. Fehlanzeige. Im Schrank. Ebenfalls nichts.

Falls ich die Schuhe nicht finde, laufen meine Füße im Schweiße ihrer Zehen in Turnschuhen herum. Wandertag, kulturelle Veranstaltungen, Sommerkleid und Nike. Das Gelächter höre ich schon jetzt. Wahrscheinlich werde ich als einzige Frau der Reise aussehen, als hätte ich mich für eine Alpenüberquerung statt für Urlaub angemeldet.

Es klingelt an der Tür. Meine Schuhe müssen warten. Meine Freundin steht davor und heult. Hätte sie noch zehn Minuten länger geweint, wäre der Meeresspiegel messbar angestiegen.

Er hat unser Telefonat gehört und mich rausgeschmissen.“

Ich nehme sie in den Arm. Die Alkoholfahne trifft mich mit solcher Wucht, dass ich kurz nach dem Türrahmen greifen muss.

Komm rein“, sage ich.

Torkelnd betritt sie den Flur. Dort angekommen übergibt sie sich auf die frisch verlegten Bodenfliesen.
Für einen Moment betrachte ich das Werk. Dann betrachte ich die Fliesen. Die Fliesen verlieren. Ich rufe ihren Mann an. Er macht sich Sorgen. Offenbar kennt er das Problem bereits.

Als er sie abholt, stützt er sie mit routinierter Gelassenheit zum Auto. Ich verspreche ihr einen gemeinsamen Urlaub. Nur wir zwei. Nachdem beide verschwunden sind, stehe ich wieder allein im Flur.
Putze alles weg. 
Meine Sandalen bleiben unauffindbar. Für eine Wochenendkatastrophe genügt dagegen ein einziges Telefonat.

Servus
Mike Melonte



Freitag, 19. Juni 2026

Ungebetener Fahrgast

Die Sonne zieht mir die Jacke aus. Schweißperlen füllen ein Taschentuch, und Lucky rennt hinter jeder Mücke her. Deshalb bekommt er wieder den Maulkorb auf.

Eine Menge Hundehalter haben herausgefunden: Morgens laufen ist für den Hundetagesablauf viel entspannter. Mit hechelnder Zunge traben meine zwei neben mir her.

Eine völlige Überraschung trifft mich im Obstspalier. Die Frau hat ihren Hund streng gemaßregelt: „Ajla“ – oder so ähnlich – „hier!“

Freilaufende Hunde sind ein gefundenes Fressen für meine. Bei meinen beiden gelten sie als kostenloses Unterhaltungsprogramm. Sich mal ordentlich raufen – das wollen sie immer. Ich möchte das verhindern. Dafür gehe ich schließlich auf den Hundeplatz. Seither klappt das ganz gut. Die beste Übung ist die, die sofort auf Lucky trifft, wenn das wilde Bellen und das Stürzen auf den anderen Hund beginnt: ein ordentlicher Schwung Wasser.

Er hasst Wasser. Selbst bei 35 Grad geht er hechelnd nur bis zu den Krallen hinein, schüttelt sich und tut so als hätte er den Bodensee durchschwommen. Jedenfalls fühlt er Freilaufende Hunde sind ein gefundenes Fressen für meine. Bei meinen beiden gelten sie als kostenloses Unterhaltungsprogramm.sich anschließend erfrischt. Izzy dagegen muss baden – bis zu den Ohren.

Auf dem Rückweg über sechs Kilometer klebt eine Fliege an der Windschutzscheibe. Beim Anfahren scheinen ihre Flügel abzuheben. Beim Bremsen fallen sie wieder herunter. Eine Mitfahrgelegenheit kann ich ihr schon bieten. Nur über eine so lange Strecke hat sich noch nie ein Insekt gehalten.

Wünsche allen kühlende Momente
Mike Melonte