Endlich finde ich den Weg in die Sonne. Wohin es gehen soll, weiß ich im ersten Moment nicht recht. Etwas Vernünftiges essen würde ich gern. Eine Suppe oder so.
Ich verlasse das Hotelzimmer, und dreißig Grad plus brezeln auf mich ein. Alles, nur nicht in der Sonne laufen. Izzy bekommt einen Koller. Der heiße Boden setzt ihren Ballen zu.
Zwei Straßen weiter geht es steil bergauf. Dazwischen wieder die Schlaglöcher, die aussehen, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Das Hotel mit Pool soll zweihundert Meter entfernt sein. Die steile Straße lässt mich immer wieder anhalten. Rechts von mir stehen Bäume. Welch ein Segen. Izzy kann im Schatten laufen.
Nach Keuchen und Schwitzen komme ich endlich oben an. Aber der Ober lässt mich mit Izzy nicht in das klimatisierte Restaurant. Der Hund muss draußen bleiben.
Na klar. Ich lasse Izzy draußen und marschiere allein in die Abkühlung. Das macht mich ärgerlich. Er sei nur Angestellter, erklärt der Ober. Also wieder raus.
Er weist mir einen Platz oberhalb des Schwimmbades zu. Verschwitzt sitze ich mit Izzy unter einer hellen Markise. Er will kommen und mir die Karte bringen. Lange kommt niemand. Als er endlich erscheint, knurrt Izzy.
Der Mann hat furchtbare Angst vor dem Hund. Hunde sehe ich hier häufig an der Kette oder hinter Gittern. Ein Belgischer Schäferhund läuft in einem Restaurant im Kreis und bellt, als ich Tage zuvor unterwegs bin und dort vorbeilaufe.
Der Mann im weißen Hemd und in schwarzer Hose wird nicht mehr an meinen Tisch kommen. Stattdessen schickt der Ober einen jüngeren Kollegen. In Turnschuhen und weißem T-Shirt. Er bringt Suppe, Salat und selbst gemachte Brötchen. Sofort mache ich von den schön angerichteten Gerichten
ein Foto. Seltsamerweise knurrt Izzy nicht. Dem Futterlieferanten darf sie wohl nicht in die Quere kommen.
Vielleicht denkt sie, ich teile mit ihr. Der junge Mann stellt alles ab, und Izzy bleibt ruhig. Er hat eine völlig andere Ausstrahlung und zeigt überhaupt keine Angst.
Ich ziehe die Suppe zu mir heran. Sie duftet nach frischen Kräutern und Blumenkohl. Der erste Löffel schmeckt herrlich. Daneben sehe ich einen Schnitz Zitrone. Vielleicht wird die Suppe hier mit Zitrone gegessen. Ich probiere es. Mit Zitrone schmeckt die Fleischbrühe mit Gemüse noch besser.
Mit der Suppe im Magen sieht die Gegend plötzlich ruhig aus. Der Pool reizt mich gar nicht mehr, hineinzuhüpfen. Izzy dürfte ja sowieso nicht mit.
Neben mir zieht sich eine lange Reihe Rosmarinhecken entlang. Spielerisch zupfe ich an den Rosmarinblättern. Beim Streichen über die Nadeln verbreitet sich sofort der herbe Duft.
Am anderen Ende der Stadt ruft der Muezzin vom Minarett. Seine Stimme hallt bis auf den Berg hinauf.
Auf dem Rückweg laufe ich an Feigenbäumen vorbei. Die Luft ist angestaut von Hitze. Der Duft der Feigen hüllt mich ein. Fast hätte ich mich hinreißen lassen, einen Granatapfel mitzunehmen, aber die Früchte sind noch grün.
Später fällt im Hotel der Strom aus. Kein Licht. Hat das Hotel die Stromrechnung bezahlt?
Ich kann mein Handy nicht laden und dusche im Dunkeln.
Schönes Wochenende
Mike Melonte
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