Mittwoch, 5. August 2015

Neues aus der Nachbarschaft


Ansonsten ist der Kontakt zu den Nachbarn ein Glücksfall. Für mich zumindest. Denn bei uns im Haus gibt es das volle Programm - gratis. Das reicht von den kleinen Gehässigkeiten wie die Kehrwoche zu verweigern, oder merkwürdige Geräusche durchs Treppenhaus gurgeln. Auch der
bezahlten Aufgabe nicht nachkommen. Darüber ärgern ist keine Lösung.


Seit heute Morgen "scheinen" die Befindlichkeiten in einem neuen Licht. Scheinbar setzt die Hitze mein Umfeld und mich lahm. Selber schaffe ich die Nacht nur mit Kühlakku, weil die Hitze kaum erträglich ist. Danach, in abgekühlten Modus, schlafe ich wieder ein. Eine innere Stimme holt mich heute aus dem Bett. Schlaftrunken wackle ich ins nächste Zimmer und höre um 5 Uhr morgens ein heulendes Japsen, als würde ein Mensch misshandelt.

Schnell gehe ich Richtung Rollladen, ziehe ihn hoch und eile hinaus in den frischen Morgen. Renne in Shorts halb bekleidet durch den Garten und suche das Kind. Überrascht über die Töne, die aus dem Nachbarhaus heraus kommen, denke ich darüber nach, was wohl die Ursache diesen Weinens sei. Da geht schon der Rollladen aus der Wohnung neben mir hoch. Und als ich dann endlich wieder zurück im Wohnzimmer angelangt bin, zieht die Nachbarin über mir den Rollladen ebenfalls rasch nach oben. Gedanken purzeln in meinem Kopf durcheinander. Wieso weint jemand so früh? Die Bewohner sind schon älter. Gehen bald in Rente. Vielleicht wurde der Frau gekündigt? Ich werde meinen Mann wecken, nehme ich mir vor. Als Ersthelfer hat er ein neutraleres Gehör. Dann sehen wir weiter.

Derweil ist die Nachbarin über mir in Stimmung und schreit auf die andere Seite: „Machen Sie ihr Fenster zu, wenn Sie Sex haben.“ Worauf der Nachbar zurück meldet: „Das geht nich.“

Eins ist klar. Der Ehemann hatte heute Nacht weder das Zeitliche gesegnet noch gab es Zoff. Denn auf unerklärliche Weise beruhigt sich wieder der Morgen. Ruhe kehrt ein, die Vögel schlafen.

Liebe Grüße
Lilli

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