Ansonsten
ist der Kontakt zu den Nachbarn ein Glücksfall. Für mich zumindest. Denn bei uns im Haus gibt es das volle Programm - gratis. Das reicht von den kleinen Gehässigkeiten wie die Kehrwoche zu verweigern, oder merkwürdige
Geräusche durchs Treppenhaus gurgeln. Auch der
bezahlten
Aufgabe nicht nachkommen. Darüber ärgern ist keine Lösung.
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Seit
heute Morgen "scheinen" die Befindlichkeiten in einem neuen Licht. Scheinbar setzt die
Hitze mein Umfeld und mich lahm. Selber schaffe ich die Nacht nur mit
Kühlakku, weil die Hitze kaum erträglich ist. Danach, in abgekühlten
Modus, schlafe ich wieder ein. Eine innere Stimme holt mich heute aus dem Bett. Schlaftrunken wackle ich ins nächste Zimmer und höre
um 5 Uhr morgens ein heulendes Japsen, als würde ein Mensch
misshandelt.
Schnell
gehe ich Richtung Rollladen, ziehe ihn hoch und eile
hinaus in den frischen Morgen. Renne in Shorts halb bekleidet durch
den Garten und suche das Kind. Überrascht über die Töne, die aus
dem Nachbarhaus heraus kommen, denke ich darüber nach, was wohl die
Ursache diesen Weinens sei. Da geht schon der Rollladen aus der
Wohnung neben mir hoch. Und als ich dann endlich wieder zurück im
Wohnzimmer angelangt bin, zieht die Nachbarin über mir den Rollladen
ebenfalls rasch nach oben. Gedanken
purzeln in meinem Kopf durcheinander. Wieso weint jemand so früh?
Die Bewohner sind schon älter. Gehen bald in Rente. Vielleicht wurde
der Frau gekündigt? Ich werde meinen Mann wecken, nehme ich mir vor. Als Ersthelfer hat
er ein neutraleres Gehör. Dann sehen wir weiter.
Derweil
ist die Nachbarin über mir in Stimmung und schreit auf die andere
Seite: „Machen Sie ihr Fenster zu, wenn Sie
Sex haben.“ Worauf der Nachbar zurück meldet: „Das geht nich.“
Eins
ist klar. Der Ehemann hatte heute Nacht weder das Zeitliche gesegnet
noch gab es Zoff. Denn auf unerklärliche Weise beruhigt sich wieder der Morgen. Ruhe kehrt ein, die Vögel schlafen.
Liebe Grüße
Lilli

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