Sonntag, 20. Dezember 2020

Die Weihnachtss(z)ocke

Von überall strömen sie herbei. Die Chinesen genauso wie die Schweizer lauern auf einmalige Gelegenheiten. Sie drängen und schieben die Menschenmenge durch den Weihnachtsmarkt. Ach ja, das war letztes Jahr.

In diesem sitzen die Menschen zuhause. Spielen mit den Geschwistern Karten. Sofern die Kleinen mitmachen können. Zocken am Esszimmertisch ist der neue Zeitvertreib. Was machen wohl die Singles?  Die Großeltern zur Sicherheit verwahrt. Die Nachbarn bangen vor einer Ansteckung. Karten spielen am runden Tisch mit 1,5 m Abstand bringt mehr ein Herumrennen, gleich einem Laufdiktat, bis endlich alle Karten ausgespielt sind.

Überhaupt ist Einkaufen zum Risiko mutiert. Ständig stehen Spender mit Desinfektionsmittel. Die Hände sind sehr von der Lösung aufgeraut. Im Drogeriemarkt bieten Hersteller neue Handcremes an. „Neu“ steht seit Tagen über dem Regal. Die Industrie setzt auf Produkte, die den Umwelteinflüssen standhalten. Noch hängt die Haut bei niemandem in Fetzen herunter.

Das ist gut so. Wie sollen die Fleißigen unter ihnen dem Hobby frönen. Freilich ist es ein Aussterbendes. Gehört zu den Handwerklichen. Klappernde Stricknadel hört man heute kaum noch.

Gerade im zweiten Lockdown entpuppt Stricken eine ungeahnte Möglichkeit. Endlich kommen einige wieder auf den Teppich. Nicht mehr durch den Alltag rasen, denn Weihnachtachten steht vor der Tür. Das Fest der Liebe nimmt uns für ein paar Tage mit.

Bild ohne Text: Museumsverband-Hamburg.de

Abgesehen von den horriblen Vorgaben aus diesem Jahr, sollte den Widrigkeiten kräftig getrotzt werden. Die Menschen sehnen sich in kalten Tagen nach warmen Füßen. Zudem können Energiekosten gespart werden. Doch wer kann schon mit fünf Stricknadeln einen oder zwei Socken zaubern.

Herzliche Grüße und schöne Weihnachten
Mike Melonte


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